Demokratie(in)kompetenz der Arabischen Gesellschaft
Begriffe wie Arabellion, Arabischer Frühling, oder gar Arabische Revolution waren zu Beginn der arabischen Protesten und Aufständen, die ihren Anfang 2010 nahm, in aller Munde. In manchen europäischen Ländern wurde der Begriff des Arabischen Frühlings dem entsprechend als Kandidat für die Wahl von „Wort des Jahres 2011“ nominiert. In Österreich z.B. Schaffte es auf dem zweiten Platz.
Dabei spielten sowohl die große Aufmerksamkeit der Medien als auch die virtuellen sozialen Netzwerke im Internet eine wesentliche Rolle. Die Ereignisse wurden als einer der bedeutendsten politischen Phänomenen wahrgenommen. Denn bis dahin war die Region politisch gesehen auf den Arabisch-Israelischen Konflikt reduziert. Der unerwartete Machtverfall mancher arabischen Herrscher stellte somit eine neue Situation dar.
Manche Beobachter wie der Politikwissenschaftler und Schriftsteller Kenan Engin, sprachen von der fünften Demokratisierungswelle. Engin stützt sich dabei auf die Demokratisierungstheorie von Huntington.
Der arabische Frühling schien also auch die Toren der arabischen Ländern erreicht zu haben und es sollte keinen halt mehr machen.
Der sogenannte arabische Frühling hat jedoch die erhofften Erwartungen hinsichtlich der Verbesserung der Lebensumständen in den jeweiligen Ländern bei weitem nicht erfüllt. Ganz im Gegenteil: die Protesten und Aufständen haben sich innerhalb der vergangenen Jahren in manchen Ländern wie Syrien, Libyen und Jemen zu einem Bürgerkrieg mit verheerenden Folgen ausgeweitet.
Deshalb stellt sich die Frage nach der Demokratiefähigkeit bzw. Willigkeit der arabischen Welt…
© 2014 Ibrahim Khalil

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